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Ein Mädchen trägt einen Jungen HuckepackEine Familie spaziert im RegenGlas Milch, Bagels, Johannisbeeren im Grasverrostete Büchse im GrasKleider auf Bügeln

Fünf neue Wochenend-Ideen für Familien

Zoo? „Och nö, nicht schon wieder“. Spazieren? Spielplatz? Basteln? „Keine Lust“. Kennen Sie das? Es mangelt nicht an Vorschlägen, aber keiner kann so wirklich überzeugen, weder Eltern noch Kind/er. Was also tun am Wochenende?

Denken Sie mal um die Ecke, oder wechseln Sie die Perspektive. Viele Möglichkeiten liegen ganz nahe. Manche erscheinen im ersten Moment sehr gewöhnlich. Machen Sie sie trotzdem. Sie gewinnen sicher viel dabei, lernen Neues kennen und haben gemeinsam Spaß. Und dass die meisten nichts oder kaum etwas kosten, ist ein erfreulicher Nebeneffekt. Hier kommen fünf neue Wochenend-Ideen:

Stadtbesichtigung auf unbekannten Wegen

Eine Familie spaziert im Regen
Die Stadt neu entdecken, auch bei Regen.

Sie glauben, Sie kennen Ihre Stadt? Dann nehmen Sie doch mal die Straßenbahn, U-Bahn oder den Bus und steigen an einer unbekannten Station aus.

Entdecken Sie die Umgebung, laufen Sie durch die Straßen, schauen Sie in Hinterhöfe und Vorgärten. Vielleicht kommen Sie durch schöne Parkanlagen oder ein Waldstück, an einem Teich oder Spielplatz vorbei? Ein nettes Café lädt zu einer Rast ein, eine kleine Galerie zum Hineinschauen, ein Antiquariat zum Stöbern.

Auch Industriegebiete können interessant sein und wenn nicht, ist die nächste Haltestelle zum Weiterfahren sicher nicht weit. Mitnehmen: Stadtplan, Picknick, Wasserflasche

Essen anderswo

Glas Milch, Bagels, Johannisbeeren im Gras
Frühstück im Freien schmeckt doppelt gut und macht Laune.

Weg vom Tisch, lautet die Devise. Suchen Sie sich einen neuen Platz zum Essen: Frühstück mit frischen Brötchen, Marmelade und Kaffee im Park oder am See, Mittagessen mit Aussicht unter der Kastanie auf dem Hügel, Abendbrot auf einer Decke im Garten. In einem Wäschekorb lässt sich alles gut verstauen und transportieren, auslaufsichere Thermobehälter halten Braten und Eintopf warm. Mit Servietten und Tischtuch können Sie das Essen zelebrieren, denn es geht nicht um ein Picknick, sondern ein Essen, wie Sie es sonst Zuhause am Tisch einnehmen. Die Kinder sind sicher mit Feuereifer dabei und können zum Beispiel den Platz im Garten hübsch gestalten. Mitnehmen: Federballspiel, Mau-Mau, andere Spiele

Querfeldein

Hoch und runter, durchs Gehölz, über Gräben – für Kinder ist der Wald ein großer Spielplatz.

Mit den bekannten Wald- und Wanderwegen lösen Sie keine Begeisterung mehr aus? Dann laufen Sie mal querfeldein. Runter vom Weg direkt in den Wald hinein warten viele Entdeckungen, denn bei dieser ungewöhnlichen Fortbewegung ist man langsamer unterwegs, und die Augen sehen mehr. Meist ist der Untergrund nicht trittfest, Äste müssen überstiegen und Laub oder Büsche durchquert werden, steil geht es hoch und runter, umgestürzte Bäume laden zum Balancieren ein. Planen Sie ein Picknick ein, die Kinder dürfen den Platz aussuchen. Machen Sie zwischendurch immer wieder kurze Pausen und schulen Sie Ihre Sinne: Augen schließen und Geräusche zuordnen, mit verbundenen Augen sich führen lassen, mit den Händen verschiedene Materialien (Baumrinde, Moos) ertasten oder daraus Muster legen, Tannenzapfen-Weitwurf, eine Zwergenhöhle bauen oder besser noch eine Schutzhütte für Sie selbst, einen Wanderstock oder eine Pfeife schnitzen. Mitnehmen: Lange Kleidung, trittfeste Schuhe, Kompass, Picknick, Wasserflasche, Fernglas, Augenbinde, Becherlupe, Taschenmesser

Einen Subbotnik machen

verrostete Büchse im Gras
Schmuddelecken gibt es überall.

Einen bitte was? Das Wort Subbotnik kommt aus dem Russischen und beschreibt einen unbezahlten Arbeitseinsatz. Das klingt nun alles andere als sexy, einverstanden. Aber so ein Einsatz kann viel bewirken: raus aus dem Trott, Vermittlung von Werten, Achtsamkeit und sozialem Engagement, Festigung der Familie und anschließend ein richtig gutes Gefühl für alle. Und wie geht das?

Sie können in der Familie alleine ein Projekt starten. Schauen Sie sich dazu in Ihrer nächsten Umgebung um: Überall gibt es Ecken, Wiesen, Waldstücke, die mit Flaschen, Papier und Verpackungen vermüllt sind. Schnappen Sie sich Mülltüten und feste Arbeitshandschuhe und sammeln Sie gemeinsam den Müll ein. Die Kinder brauchen, je nach Alter, vorab Aufklärung, wovon sie besser die Finger lassen. Um dem Enthusiasmus keinen Dämpfer zu verpassen, fragen Sie bei der zuständigen Behörde oder dem Besitzer vorher kurz an. Vielleicht können Sie die Nachbarschaft für den Einsatz und sogar die Presse mobilisieren, ganz nach dem Motto „Tu Gutes und sprich darüber“.

Wer keinen Alleingang mag, schließt sich anderen an. So werden immer Freiwillige für Arbeitseinsätze gesucht, oft für die Pflege von Sport- und Spielplätzen. Die Aufrufe dazu finden sich im Amtsblatt oder Stadtmagazin. Sonst bei der Gemeinde nachhaken. Ebenso gibt es Aktionstage wie den Clean-Up-Day, eine Mitmachaktion in ganz Europa. In der Schweiz ist der nächste Clean-Up am 8. und 9. September, in Deutschland und anderen Ländern jeweils März bis Mai. Dazu kommen noch lokale Reinigungsaktionen wie der Küstenputztag am 16. September.

Es gibt so viele und vielfältige Angebote für soziales Engagement von Familien, dass ich dem Thema einen weiteren Blogpost widmen werde. Haben Sie Ideen und Anregungen? Dann kommentieren Sie doch bitte oder schreiben Sie mir eine E-Mail. Danke!

Hausflohmarkt

Kleider auf Bügeln
Kleider, die man ein bis zwei Jahre nicht getragen hat, wird man auch nicht mehr tragen.

Die Zimmer der Kinder quellen über? Im Keller stapeln sich ungebrauchte Dinge, die Garage dient mehrheitlich als Hort für Sachen, die sonst nirgends Platz finden? Zeit für einen Familienflohmarkt! Misten Sie gemeinsam aus, und trennen Sie sich leichten Herzens von dem Zuviel. Hilfreich dabei ist folgende Faustregel: Behalten Sie nur, was mindestens einmal im Jahr genutzt wird, bei Kleidern gilt, was die letzten ein bis zwei Jahre getragen wurde. Mir hilft beim Ausmisten der Gedanke, dass ich alles, wenn nötig, auch wieder gebraucht erwerben könnte. Die Kinder gestalten die Plakate, die ein bis zwei Wochen vor dem Termin aufgehängt oder in Briefkästen geworfen werden. Besprechen Sie vorher, was mit dem Erlös geschieht. Schön wäre zum Beispiel ein gemeinsamer Ausflug. Oder Sie spenden den Gewinn an eine Organisation, die Sie zusammen aussuchen. Das setzt ein Zeichen und prägt Ihre Kinder in positivem Sinne. Zudem ist es ein gutes Verkaufsargument. 😉

Sie haben weitere Vorschläge für neue und ungewöhnlichere Familienunternehmungen? Dann her damit. Ich plane noch weitere Blogposts zum Thema.

 

Bilder: Pixabay (Kleider: JamesDeMers, Dose: PublicDomainPictures, Frühstück: Klimkin, Kinder im Wald: barbaramatthijs, Familie im Regen: Candoyi, Kinder Huckpack: pexels)

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